Vanessa und Sebastian. Eines meiner jüngsten Brautpaare: beide zarte 24. Früher war man mit 24 längst verheiratet und hatte Kinder, aber heute scheinen die meisten Mädels und Jungs in diesem Alter andere Dinge im Kopf zu haben. Das haben Vanessa und Sebastian auch: sie pendeln Uni- und arbeitstechnisch zwischen London, München und dem beschaulichen Schwabenländle, aber für´s Heiraten nehmen sie sich trotzdem Zeit. Und das Schöne ist: die Beiden machen überhaupt nicht den Anschein, als ob sie nicht wüssten, was sie da tun. Trotz ihres jungen Alters. Ganz im Gegenteil. Die Zwei sind wahnsinnig herzliche, sympathische und aufgeschlossene Menschen, die mit beiden Beinen auf dem Boden stehen und genau wissen, was sie wollen.

Alles kann, nichts muss. Tradition hin oder her. Es ist toll zu sehen, dass immer mehr Brautpaare sich trauen von alten Bräuchen, die ihnen nichts geben, Abstand zu nehmen, wiederum andere Traditionen aufrecht zu erhalten. Vanessa und Sebastian haben dieses Spiel in Perfektion betrieben. Zum Beispiel kam ein getrenntes Getting Ready für sie nicht in Frage. Auch die Nacht zuvor wurde selbstverständlich gemeinsam verbracht. Warum auch nicht? Sebastian kannte bereits Vanessa´s Kleid und auf große Heimlichtuereien stehen beide nicht. Ein gemeinsames Getting Ready inklusive Trauzeugen und Eltern kann jede Menge Spaß bringen… so war es zumindest in diesem Fall.

Klassisch hingegen lief der Einzug in die Kirche ab: Vanessa ließ sich am Arm ihres Papas in die Kirche führen. Ein Vater, dem man Stolz und Glück, auf einen Kilometer Entfernung ansehen kann und seine Tochter, die heutige Braut, die vor Freude nur so strahlt. Emotion pur.

Die große Feier fand in Weinstadt bei Gourmet Berner statt. Wo früher Neuwagen präsentiert und Fahrzeuge repariert und gewartet wurden, findet man heute eine umwerfende Eventhalle im industriellen Vintage-Stil inklusive Bar, Lounge und einem wunderschönen Außenbereich mit viel Liebe zum Detail. Eine perfekte Mischung aus alt und neu, shabby und cool. Wenn ihr uns fragt, ein absoluter Traum!

Oft werde ich gefragt, was ich von Hochzeitsspielen und Vorträgen halten. Mittlerweile versuchen viele Pärchen peinliche Spiele, die weder unterhaltsam, noch lustig sind, bereits im Vorhinein zu eliminieren. Eigentlich will man sich auf seiner Hochzeit doch nur gut unterhalten, Spaß haben, tanzen und das ein oder andere Gläschen trinken. Vorträge, die sich sie Vortragenden im Internet runtergeladen haben, und die jeder Gast schon mindestens 3x auf irgendeinem anderen Fest gesehen hat, braucht kein Mensch. Individuell geht anders. Ja, so denke ich im Normalfall auch. Bei Vanessa und Sebastian wurde ich allerdings überrascht… und wie! Und nicht nur ich, sondern die Gäste inklusive Braut ebenfalls.

Sebastian hat sich mit seinen Jungs eine mehr als geniale Choreo auf ein Medley aus Songs, die die Beiden miteinander verbinden, ausgedacht. Ihr denkt jetzt wahrscheinlich: Ach, wieder so ein peinlicher Tanz, Männer in Strumpfhosen usw. NEIN! Die Jungs hatten weder Strumpfhosen an, noch war die Tanznummer auch nur annähernd peinlich. Sie haben sich so unendlich viel Mühe gegeben, haben alle Schritte synchron auf´s Parkett gelegt und Vanessa hat vor lauter Staunen den Mund nicht mehr zubekommen. Das nenne ich mal Showeinlage. Entertainment vom allerfeinsten! Während Vanessa zwecks Uni ihre Zeit in London verbrachte, hatte Sebastian genügend Zeit sich heimlich mit seinen Jungs zu treffen und das Unmögliche möglich zu machen. Wahnsinn! Aber seht selbst…

Besten Dank an Vanessa und Sebastian für diesen wundervollen Tag. Ich habe ihn sehr genossen und freue mich ein kleiner Teil von eurer wundervollen Hochzeitsgeschichte zu sein!