Manche Tage sind einfach perfekt. Man merkt es zwar nicht immer gleich aber am Ende des Tages denkt man dann – obwohl es draußen geschneit hat und wir doch eigentlich ein Frühlingsshooting machen wollten – perfekter hätte das alles gar nicht sein können. So geschehen neulich. Kurz vor Ostern. Bei Paddy. In Hamburg.

Hamburg am Elbstrand
Foto: Patrick Ludolph

Es ist also kurz vor Ostern und wir machen uns auf den Weg Richtung Hamburg. Wir, das sind meine Freundin Katharina und ich. Kein Mensch konnte zum Zeitpunkt der Flugbuchung auch nur annähernd erahnen, dass uns in Hamburg statt des erhofften Frühlingsbeginns der Beginn einer neuen Eiszeit willkommen heißen würde. Wenn es irgendwo Schnee hat in Deutschland, dann bei uns – so dachten wir bis vor Kurzem. Von wegen… wenn es irgendwo Schnee hat, dann in Hamburg. Zumindest war das wohl das Motto des inzwischen (hoffentlich) vergangenen Winters.

Ziel unserer Reise war jedenfalls Hamburg. Genauer gesagt, Paddy’s Studio. Die Kreativschmiede des Herrn Ludolph. Nein, er hat keine Brüder auf ‚m Schrottplatz – also zumindest hat er sie nie erwähnt 😉

Der Patrick von Neunzehn72. Dem Fotoblog des Jahres 2012. So wollte es die Gemeinschaft der FOTOCOMMUNITY.

Das steht dann auch klitzeklein an der Türklingel zum Studio. Neunzehn72. Understatement. Sehr sympathisch. Wir hatten auch nichts anderes erwartet 🙂

Wir hatten mit Paddy vereinbart, dass wir so gegen 16.00 an seine Tür klopfen. Es ist 15.45. So einen berühmten Fotografen lässt man ja schließlich nicht warten. Aber irgendwie ist so ne viertel Stunde zu früh da sein ja auch doof. Wer weiß, was der noch so alles zu tun hat… Wir wagen es und klingeln und… uns wird geöffnet. Durch ein knallrotes Treppenhaus geht’s hoch in die oberste Etage. Ich komme aus dem Staunen nicht mehr heraus. Ein herzliches „Moin Moin“ begrüßt uns schon auf halber Strecke durch den langen Flur, der zum Studio führt.

Kennengelernt habe ich Patrick letztes Jahr bei einem zweitägigen Workshop in Saarbrücken. (Ohjeee… jetzt schweife ich schon wieder vom Thema ab. Das passiert mir ständig beim Schreiben. Und beim Erzählen auch. Also verzeiht mir bitte diesen kleinen Exkurs. Ich komme auch bestimmt wieder auf die eigentliche Geschichte des Beitrags zurück 😉 ) Patrick hatte an diesem Wochenende einen Tag dem Thema „Wie fotografiere ich Hochzeiten“ und den Anderen dem Thema „Online-Marketing für Fotografen“ gewidmet. Seine Workshops sind ein absolutes Muss für jeden Fotografen. Nach einem sehr lehrreichen ersten Workshop-Tag, checkten wir im nahegelegenen Hotel ein. Zu viert. Einer davon war Paddy. Und wie das nunmal eben so ist bei Geschäftsreisen oder bei Reisen, die einer Geschäftsreise sehr nahe kommen, verabredet man sich dann eben noch für den Abend. „Also dann… zeitnah an der Hotelbar“. Der Klassiker. Nur ein kleines Problem gab es: Keine Hotelbar. Aber ein Getränkeautomat im Frühstücksraum. Kurzer Automatencheck: bestanden. Genug Bier drinnen für uns alle. Abgemacht!

Kurze Zeit später saßen also vier Fotobegeisterte an einem kleinen, schnuckeligen Frühstückstisch und plünderten den Getränkeautomaten. Das Bier war kühl und es gab genug davon. Beste Grundlage für einen super netten Abend aus dem sich wirklich Freundschaften ergeben sollten. Mein Tipp an all diejenigen, die Workshops besuchen: bleibt über Nacht und checkt im selben Hotel ein wie die Leute von denen ihr etwas lernen wollt 😉 Ganz liebe Grüße an dieser Stelle an Nina (Nina Kos Photography) und Holger Blechschmidt (1085mm).

So… Exkurs beendet bzw. abgebrochen und zurück zur eigentlichen Geschichte. (Demnächst erzähle ich in einer anderen Geschichte mehr über die besagten Workshops und auch über die geniale Location in Saarbrücken. Die Luminanz und ihren Betreiber Carsten… )

Wie gesagt, Patrick’s Studio, ein Traum. Schön weitläufig, luftig, viel Fensterfläche, geschmackvoll eingerichtet und alles andere als steril. Viele Eindrücke vergangener Fotoshootings hängen an den Wänden und auf dem Besprechungstisch des Herrn L.: Neben einigen analogen Polaroids – Schokosnacks & Bifi. Wie geil! Oder doch nicht. Ich will ja schließlich gerade abnehmen. Aber ein Latte Macciato darf es sein, Herr Ludolph 🙂 Und auch der war großartig.

Wir haben Pralinen mitgebracht. Und Bier. Selbstgemacht. Also die Pralinen, nicht das Bier. Das war gekauft. Astra Rotlicht. Klingt total nach Hamburg und schmeckt super.

Ich glaube wir saßen eineinhalb Stunden in Paddy’s Studio und haben einfach nur gequatscht – also geschnackt, wie der Norddeutsche den Süddeutschen lehrt. Über Gott und die Welt. Über die Fotografie und übers Fernsehen. Über das produzieren von Internet-TV Inhalten und über das Leben. Über das Kündigen vermeintlich sicherer Arbeitsstellen und und und… Eigentlich wollten wir ja noch ein bisschen fotografieren meinte der Fotograf des Hauses dann irgendwann. Und da wir uns ja schonmal auf den weiten Weg gen Hamburg gemacht hatten, war es dann doch irgendwie naheliegend, sich doch noch eine Outdoor-Location zu suchen. Man soll ja schließlich auch sehen, dass wir in Hamburg sind 😉

Wir fuhren mit Paddys Auto an den Elbstrand in der Hoffnung noch ein paar Strahlen der untergehenden Sonne zu erwischen. Und wir hatten Glück. Nicht wegen der Sonne, da machten uns einige Wolken einen Strich durch die Rechnung sondern wegen des Hintergrundes. Ein tolles Containerschiff lag am Ufer. Was kann es plakativeres geben, als sch… Wetter, ein Schiff, Kräne und Wasser. Geil. Und nicht nur, dass die Wolken uns der Sonnenstrahlen beraubten. Sie brachten auch noch Schnee. In Hamburg. Im Frühling. Bei schönem Wetter kann ja schließlich jeder… dachten wir uns und gaben Gas. So richtig. Ich glaube nach einer viertel Stunde war alles im Kasten. Gute Laune, Extrem-Relaxing und ein Top-Fotograf. Alles was man für tolle Bilder braucht. Sonne wird überschätzt. Und Studio-Equipment auch. Meistens zumindest. Die Chemie muss stimmen. Zwischen den Menschen die zusammen arbeiten. Dann wird alles gut!

Hamburg am Elbstrand
Foto: Patrick Ludolph

Paddy hatte dann noch die super Idee, die Bilder gleich zu sichten. Auf seinem IPad in einem nahegelegenen Boot, welches seine aktive Zeit hinter sich gelassen hat und inzwischen als Kneipe dient. Bei Glühwein. Perfekt. Und wir durften uns auch gleich einige Vorabversionen der Bilder – also „Out of Camera“ direkt via EMail zuschicken. Danke Paddy. Das war noch das Tüpfelchen auf dem i.

So… jetzt müssen wir aber wirklich gehen. Obwohl es sooooo schön ist. Wir haben nämlich Musical-Karten für heute Abend. „Dann fahr ich euch zum Hotel. Ist keine großer Umweg und spart euch Zeit.“ Was ein toller Typ der Paddy. Wir hatten an diesem Abend noch nicht einmal unsere Sitzplätze im Musical-Theater eingenommen, meldete sich mein IPhone. Paddy hatte eines unserer Bilder gleich gepostet. Macht dieser Herr L. eigentlich auch noch etwas Anderes außer arbeiten?! Ja, das macht er. Da bin ich mir ganz sicher. Aber so ist das nunmal, wenn man den einen vermeintlich sicheren Job hinter sich lässt, um sich etwas Neuem im Leben zu widmen. Etwas das einem Inhalt, Verdienst, Erfüllung und Freude gleichzeitig beschert. Dann gibt es keinen Feierabend. Zumindest hat man nicht das Gefühl, man müsse irgendwann Feierabend machen.

Mein Tipp an alle Fotobegeisterten unter euch: solltet ihr einmal die Möglichkeit haben einen von Paddy’s Workshops besuchen zu können. MACHEN. Ansonsten: Hamburg ist immer einen Ausflug wert 😉

Vielen Dank Paddy nochmals für den tollen Tag, die vielen Tipps und deine Motivation. Mach weiter so! Bis die Tage… wir kommen wieder 😉

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Hamburg am Elbstrand
Foto: Patrick Ludolph

 

 

9 KOMMENTARE

  1. Toller Artikel. Ich kenne Paddy auch vom Hochzeitsworkshop in Saarbrücken und kann das geschriebene nur unterstreichen. Ein echt toller Fotograf und Mensch.

  2. Das frag ich mich auch oft: wann schläft der Mann nur, wie schafft er das alles bloß? Fotografieren, posten, bloggen, Videos drehen … sind in Hamburg die Tage länger?

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